Mischpacha – משפחה. Jüdische Familien in Danzig und Warendorf

Die Ausstellung „Mischpacha“ (dt. Familie) lädt dazu ein, jüdische Geschichte aus einer persönlichen Perspektive zu entdecken. Im Mittelpunkt stehen Familienbiografien aus Danzig und Warendorf, zwei rund 1.000 Kilometer auseinanderliegende Städte, deren jüdische Lebenswelten von ganz eigenen Erfahrungen und überraschenden Gemeinsamkeiten geprägt waren.

Private Fotografien, Briefe und Objekte wie Ritualgegenstände und Hochzeitsgeschenke erzählen ebenso vom Alltag wie von besonderen Ereignissen des jüdischen Familienlebens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei richtet die Ausstellung den Blick auch auf die häufig weniger beachteten Lebensbedingungen jüdischer Frauen und Kinder wie auf die Vielfalt jüdischer Selbstverständnisse innerhalb der Familien.

Behördliche Dokumente zeichnen zugleich die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen jener Zeit nach: von den neuen Freiheiten und Möglichkeiten, die die Emanzipation mit sich brachte, bis zum zunehmenden Antisemitismus. Dieser mündete während der nationalsozialistischen Herrschaft in Ausgrenzung, Verfolgung und schließlich in der systematischen Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden.

Eine besondere Perspektive eröffnen die Stimmen der Nachfahrinnen und Nachfahren. Sie zeigen, wie Familiengeschichte über Generationen hinweg weiterwirkt – und welche Bedeutung sie heute für jüdisches Leben in Deutschland, Polen, Israel und den USA hat.

Die Ausstellung vereint einzigartige Exponate aus Museen, Archiven und Privatsammlungen weltweit. Zu den Leihgebern zählen unter anderem die Jüdischen Museen Westfalen, Berlin, Frankfurt und New York, das LWL-Museum für Kunst und Kultur, die israelischen Gedenkstätten Yad Vashem und Ghetto Fighters‘ House Museum sowie das Stadtmuseum Malbork. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Ergebnisse des Fotowettbewerbs „Blickwechsel: Jüdisches Leben im Münsterland“, die neue Perspektiven auf das jüdische Leben in der Region eröffnen.

Ein vielfältiges Begleitprogramm lädt dazu ein, die Themen der Ausstellung aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu vertiefen.

 

 


Ausstellungseröffnung

Termin: Donnerstag, 5. November 2026, 18 Uhr
Ort: Westpreußisches Landesmuseum, Klosterstraße 21, 48231 Warendorf

 

Begrüßung

Martin Koschny (Komm. Museumsleiter, WLM) 

 

Grußworte

  • Peter Horstmann (Bürgermeister der Stadt Warendorf)
  • Sharon Fehr (Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Münster)
  • Sylvia Löhrmann (Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur)

 

Behind the scenes – Gesprächsrunde

  • Einführung und Moderation: Kerstin Dembsky (Kuratorin, WLM)
  • Marcel Brüntrup (Historiker)
  • Hadassah Geburek (Jüdische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster e.V.)
  • Katharina Roth (Museumspädagogin, WLM)
  • Hannah Schlattmann und Paulina Wulff (Studierende der Universität Münster)

 

Musikalische Begleitung
Alexander Pankov (Akkordeon)

 

 


Begleitprogramm zur Ausstellung

 

Führungen | immer 17 Uhr | Eintritt frei

mit Kuratorin Kerstin Dembsky (WLM)

Do, 12. Nov. 2026 | Mi, 9. Dez. 2026 | Di, 12. Jan. 2027 | Do, 18. Feb. 2027 | Mi, 17. Mär. 2027 | Do, 15. Apr. 2027 | Mi, 12. Mai 2027 | Di, 8. Jun. 2027  

 


Vorträge | Eintritt frei

Mittwoch, 2. Dezember 2026, 18 Uhr

Die Faszination des Bizarren. Antisemitismus und Ritualmordgerücht in Konitz/Westpreußen 1900. Vortrag von Prof. Dr. Christoph Nonn (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) 

 


Montag, 22. Februar 2027, 18 Uhr 

Die Sprache der Steine lesen. Jüdische Spuren in der Kaschubei. Vortrag von Dr. Christian Pletzing (Akademiezentrum Sankelmark)

 


Mittwoch, 17. März 2027, 18 Uhr

Jüdisches Leben in Danzig: Eine Geschichte zwischen Aufbruch, Verfolgung und Neubeginn. Vortrag von Kerstin Dembsky (WLM)

 


Mittwoch, 12. Mai 2027, 18 Uhr

Antisemitismus heute – Entwicklungen und Erscheinungsformen am Beispiel von Westfalen. Vortrag von Micha Neumann (Beratungsstelle ADIRA, Dortmund)

 


Termin folgt

Feste feiern – jüdisch und christlich: Schabbat | Sonntag. Vortrag und Gespräch mit Hadassah Geburek und Pfarrer Martin Mustroph (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster)

 


Lesungen

Freitag, 22. Januar 2027, 18 Uhr

Balagan. Lesung mit der Autorin Mirna Funk, Moderation: Kerstin Dembsky (WLM).     

Eintritt: 7,50 Euro (Kartenvorverkauf und Abendkasse)

 


Freitag, 12. März 2027, 18 Uhr

Jüdisches Landleben. Vergessene Welten in Westfalen. Lesung mit dem Autor Gisbert Strotdrees.  

Eintritt: 3,00 Euro (Kartenvorverkauf und Abendkasse)

 


Workshops | Eintritt frei

Sonntag, 31. Januar 2027, 15–18 Uhr

Antisemitismus verstehen: Was uns die Geschichte Westpreußens zeigt. Workshop mit Kerstin Dembsky (WLM) und Studierenden der Universität Münster.

Anmeldung unter: kerstin.dembsky@westpreussisches-landesmuseum.de

 


Mittwoch, 14. April 2027, 17–20 Uhr

Was ist Antisemitismus? Basis-Workshop der Beratungsstelle ADIRA, Dortmund.  

Anmeldung unter: kerstin.dembsky@westpreussisches-landesmuseum.de

 


Sonntag, 23. Mai 2027, 14–17 Uhr

Jüdische Familiengeschichten entdecken: Wie wir historische Spuren lesen. Workshop mit Kerstin Dembsky (WLM).  

Anmeldung unter: kerstin.dembsky@westpreussisches-landesmuseum.de

 


Museumspädagogik | Eintritt frei  

Sonntag, 22. November 2026, 16 Uhr

Öffentliche Preisverleihung zum Fotowettbewerb „Blickwechsel: Jüdisches Leben im Münsterland“

 


Sonntag, 6. Dezember 2026, 14–18 Uhr

Chanukka – Acht Lichter, acht Geschichten. Programm für Kinder im Rahmen der Warendorfer Weihnachtsplätzchen

 

Samstag, 20. Februar 2027 und Sonntag, 25. April 2027, 15–16.30 Uhr

Was bleibt? Familiengeschichten, Erinnerungen und Dinge. Themennachmittag für Erwachsene. Bitte bringen Sie einen kleinen persönlichen Gegenstand, ein Foto oder eine Erinnerung mit.   

Anmeldung unter: roth@westpreussisches-landesmuseum.de

 

Sonntag, 14. März 2027, 15–16.30 Uhr

Purim – mit Masken und Geschichten. Familiennachmittag für Groß und Klein.   

Anmeldung unter: roth@westpreussisches-landesmuseum.de

 

Sonntag, 18. April 2027, 15–16.30 Uhr

Familiennachmittag: Pessach | Ostern. Familiennachmittag für Groß und Klein.   

Anmeldung unter: roth@westpreussisches-landesmuseum.de

 

Sonntag, 6. Juni 2027, 15–16.30 Uhr

Familiennachmittag: Vom Feld auf den Tisch – Schawuot entdecken. Familiennachmittag für Groß und Klein.   

Anmeldung unter: roth@westpreussisches-landesmuseum.de

 

Nach Vereinbarung:
Familiengeschichten lesen. Workshop für Jugendliche/Schulklassen.

Die Teilnehmenden lernen anhand ausgewählter Fotografien, Briefe, Dokumente und Gegenstände das Leben jüdischer Familien aus der Ausstellung kennen.

Fragen, Anmeldung und Buchung unter: roth@westpreussisches-landesmuseum.de