Podiumsdiskussion

Einladung zu einer Podiumsdiskussion in der Klosterkirche
des Franziskanerklosters Warendorf (Westpreußisches Landesmuseum)

Samstag, 19. September, 17.30 Uhr

ANGEKOMMEN. FLÜCHTLINGE UND VERTRIEBENE: DAMALS – UND HEUTE
Begegnungen über Ländergrenzen und Generationen hinweg

Flucht und Vertreibung von mehr als zwölf Millionen Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges führten zur größten Zwangsmigration in der europäischen Geschichte. Heute sind wieder hunderttausende Heimatlose auf erzwungenen Wegen, um zwischen Hamburg und München, zwischen Köln und Berlin irgendwo in unserem Land Aufnahme zu finden. Waren es damals Deutsche, die in Folge eines Weltkrieges ihre Heimat verloren, so sind es heute Menschen vor allem aus dem arabischen und afrikanischen Raum, denen es islamistischer Terror, Bürgerkriege oder brutale Diktaturen verwehren, länger in ihrer Heimat zu leben oder dorthin zurückzukehren.

Die historischen Zusammenhänge und Ursachen sind unterschiedlich – die menschlichen Erfahrungen, die die Betroffenen machen müssen, sind jedoch vergleichbar: Der Verlust, nicht nur der Habe, sondern auch des gewohnten Lebensumfeldes – Entwurzelung im wahrsten Sinne des Wortes, oder Hoffnungen und Enttäuschungen auf der Flucht und bei Ankunft in dem Land, das vielleicht einmal eine “neue Heimat“ wird. Damals wie heute betrifft die Flucht jedoch nicht nur die Flüchtlinge, sondern stellt auch Herausforderungen an die aufnehmende Gesellschaft: Wie kann Fremdheit überwunden werden? Wie kann aus Kälte Geborgenheit werden? Vielleicht irgendwann wieder neue „Beheimatung“?

Über diese Erfahrungen und Herausforderungen der Vergangenheit und Gegenwart möchten wir ins Gespräch kommen und laden herzlich zu einer Podiumsdiskussion ein. Auf dem Podium nehmen daran teil:

  • GEORG BURHOLT: Der pensionierte Deutschlehrer unterrichtet und betreut seit Jahren ehrenamtlich Flüchtlinge im Kreis Warendorf.
  • JAKLEEN GERGES: Die Angehörige der christlichen Minderheit der Kopten floh vor der Verfolgung aus Ägypten.
  • MERLE HILBK: Die Berliner Journalistin arbeitet seit Jahren über die kulturellen und psychologischen Folgen von Flucht und Vertreibung.
  • SIEGFRIED SIEG: Der Stiftungsratsvorsitzende der Kulturstiftung Westpreußen erlebte als Kind die Vertreibung aus der Freien Stadt Danzig.
  • Die Moderation übernehmen LEA AUFFARTH, freie Journalistin, u.a. beim WDR, (Dortmund), und TILMAN ASMUS FISCHER, Historiker und freier Autor (Berlin).

Sprechen werden des Weiteren der Schirmherr der Veranstaltung, JOCHEN WALTER, Bürgermeister der Stadt Warendorf, sowie ANNEGRET SCHRÖDER, Witwe des letzten Bundesvertriebenenministers, Heinrich Windelen, und selbst in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Im Anschluss an das Gespräch mit den Podiumsgästen freuen wir uns darauf, in der Diskussion auch mit dem Auditorium ins Gespräch zu kommen.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um den letzten Teil des Begleitprogramms zur Sonderausstellung „Angekommen. Die Integration der Vertriebenen in Deutschland“, die noch bis zum 27. September im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen ist.

Plakat zur Podiumsdiskussion

Kulturstiftung Westpreußen, Westpreußisches Landesmuseum,
Klosterstraße 21, 48231 Warendorf