Backsteinarchitektur im Ostseeraum –
Neue Perspektiven der Forschung

Sonderausstellung vom 16.01. – 28.03.2016

 

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Zeugnisse sakraler und profaner Backsteinarchitektur prägen bis heute die Landschaften der südlichen Ostsee in besonderem Maße – von Lübeck über die mecklenburgische, pommersche, west- und ostpreußische Küste und deren Hinterland bis weit hinauf ins Baltikum –, also von Deutschland über Polen bis nach Litauen und Lettland, zudem nach Dänemark und Südschweden.

Danzig, Johanniskirche

Danzig, Johanniskirche

Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtete man in der Region, der es außer dem groben Feldstein kaum geeigneten Naturstein gab, monumentale Bauten aus rot bis gelb gebrannten Kunststein, perfektionierte man diese Technik bei der Errichtung künstlerisch ambitionierter Kathedralen, Kloster-, Stifts- und Pfarrkirchen, aber auch repräsentativer Burgen, Rathäuser und Bürgerhäuser. Bedeutende Beispiele finden sich an der unteren Weichsel, so in Westpreußen mit der mächtigen Marienburg und in Danzig mit der nicht weniger beeindruckenden Marienkirche.

Ihre rasche Verbreitung und Dominanz in den nord- und ostdeutschen Küstenstädten verdankt die Backsteinarchitektur vor allem den engen Beziehungen im Verbund der Hanse. Man schuf damit eine Tradition, die bis ins 19. und 20. Jahrhundert fortdauerte und immer noch nachwirkt.

Die Backsteinlandschaft des südlichen Ostseeraums als hochrangige europäische Kulturlandschaft ist dabei heute keineswegs nur touristischer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt, sondern auch wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Identität der Bewohner. Spätestens seit der Wende von 1989/90 macht ihre wissenschaftliche Erforschung so auch nicht mehr an den neuzeitlichen nationalen Grenzen halt, sondern erweist sich als ein intensives völkerverbindendes Bemühen von Kunsthistorikern, Bauforschern und Historikern.

Die Ausstellung bietet anhand von Überblicken und ausgewählten Beispielen einen Einblick in die aktuelle internationale Forschung, zeigt zudem Aspekte des heutigen Umgangs mit den ebenso historisch wertvollen wie ästhetisch ansprechenden mittelalterlichen Backsteinbauten des Ostseeraums auf.

Zu dieser Ausstellung sind ein Begleitkatalog und eine Broschüre erschienen.

Katalog:
Backsteinarchitektur im Ostseeraum. Hrsg. von Christofer Herrmann, Ernst Gierlich und Matthias Müller. Petersberg 2015.
ISBN 978-3-7319-0184-6; 224 S.; € 24,95

Broschüre:
Backsteinarchitektur im Ostseeraum. Hrsg. von Christofer Herrmann, Ernst Gierlich und Matthias Müller. Bonn 2015.
ISBN 978-3-88557-233-6; 72 S.; € 4,90

Begleitveranstaltungen zur Sonderausstellung

Donnerstag, 18. Februar 2016, 19.00 Uhr
Dr. Damian Kaufmann, Bramsche Vortrag:
»Die frühe Backsteinarchitektur im Ostseeraum:
Form und Genese«
(weitere Informationen)

Donnerstag, 3. März 2016, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Christofer Herrmann, Allenstein/Danzig
Vortrag: »Der Hochmeisterpalast der Marienburg –
Neue Überlegungen zur Raumnutzung«
(weitere Informationen)

Donnerstag, 17. März 2016, 19.00 Uhr
Prof. Dr. Matthias Müller, Mainz Vortrag:
»Caspar David Friedrichs architektonische Visionen –
Mittelalterliche Backsteinkirchen in der
Landschaftsmalerei der Romantik«

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