„Arabica und Muckefuck“

Kaffeegeschichten zwischen
Ostsee und Schwarzem Meer

20. Juni – 18. August 2024

 

Kaffeekanne Das heutige Grand Hotel Sopot wurde von 1924 bis 1927 als Kasinohotel Zoppot im neobarocken Stil erbaut. Messing, versilbert, um 1930.

Feines Porzellan und aromatische Bohnen gehören zum exklusiven Kaffeegenuss. Wer sich den Luxus nicht leisten kann, greift zum Ersatzkaffee aus Gerste oder Zichorie. Revolutionäre schmieden in Kaffeehäusern Umsturzpläne, heimatlose Literaten verfassen poetische Werke. Seit langen Zeiten und in den unterschiedlichsten Kulturräumen dient Kaffee als Requisit gesellschaftlicher Inszenierungen. Das exotische Getränk, einst aus dem „Orient“ nach Europa gekommen, war und ist noch heute ein Statussymbol, ein Ausdruck des Lebensstils – und zugleich ein globaler Wirtschaftsfaktor.

Die Ausstellung des Hauses der Heimat des Landes Baden-Württemberg erzählt Kaffeegeschichten von Genussmenschen und Geschäftemachern, von Ausbeutung und Profit im internationalen Wirtschaftsgeflecht. Sie schildert, wie der Temeswarer Franz Illy in Triest die Espressomaschine erfand und wie die Brüder Franck aus Ludwigsburg mit dem Verkauf von Ersatzkaffee in Österreich-Ungarn reich wurden. Sie stellt erfolgreiche schlesische Porzellan-Manufakturen vor. Kurz: Die Ausstellung schreibt ausgewählte Kapitel der Kulturgeschichte eines heißgeliebten Getränks, die zeigen: Koloniale Unterdrückung und alltäglicher Genuss, gesellschaftliche Abgrenzung durch Luxuskonsum und kollektive Identitätsfindung durch Rituale sind jeweils zwei Seiten derselben Medaille.

Die Kaffeerösterei Nachtigal hatte ihren Ursprung in Danzig. Nach 1945 produzierte man noch einige Jahre in Delmenhorst. Weißblech, emailliert, um 1920.

Ergänzt wird die Präsentation durch Objekte aus dem Bestand des Westpreußischen Landesmuseums, die den Kaffee symbolisieren: eine hochwertige Danziger Kaffeemaschine aus dem 18. Jahrhundert wird ebenso zu sehen sein wie Objekte einer Kaffeerösterei, ein Kaffeekännchen aus dem mondänen Casino-Hotel in Zoppot oder diverse – gerade bei Touristen – beliebte Sammeltassen. Daneben wird ein Blick auf die Geschichte der Kaffeeröstereien in der Stadt Warendorf geworfen.

Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Begleitprogramm, in dem die Besucherinnen und Besucher sowohl eine musikalische Reise durch die Geschichte der Kaffeehäuser unternehmen, aber auch Interessantes über die Herstellung von Kaffee erfahren können.