Im Bernstein Verewigt.
Eine Online-Ausstellung.
Tafel 007

Die Inklusensammlung von Otto Helm, Danzig

Als spezielle Bezeichnung für im Bernstein eingeschlossene Fossilien hat sich der Begriff „Inklusen“ eingebürgert. Zu Recht wird diese Einbettung von pflanzlichem und tierischem Leben in Harz als einzigartiges Naturphänomen angesehen. In vielerlei Hinsicht sind Inklusen anders als die übrigen Fossilien. Wer würde schon auf die Idee kommen, ein im Bernstein eingeschlossenes Insekt als „Versteinerung“ zu bezeichnen? In früheren Zeiten hat es sicher nicht an Versuchen gefehlt, ein auf so wunderbare Weise konserviertes Insekt aus dem Harz herauszulösen. Wie groß muss jedoch die Enttäuschung gewesen sein, als man feststellte, dass dies zum vollständigen Zerfall des Einschlusses führte. Der Grund dafür ist, dass es sich bei Bernsteininklusen prinzipiell nur um dünn ausgekleidete Hohlräume handelt. Erhalten ist lediglich die widerstandsfähige und schwer zersetzbare Chitinhülle; innen sind Inklusen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, hohl. Trotz dieses wenig günstig erscheinenden Umstandes ist die Harzkonservierung in Bernsteinen bezüglich der Erhaltung von Feinstrukturen und deren Beobachtungsmöglichkeiten einzigartig in der Paläontologie. Die Art der Fossilisation erlaubt es Strukturen bis hin zur Auflösungsgrenze des Lichtmikroskopes zu untersuchen, wofür die Durchsichtigkeit des Materials Bernstein die wichtigste Voraussetzung ist.

Trauermücke

Ein weiterer auffallender Unterschied zu anderen Fossilien ist die Tatsache, dass die Organismen in der Regel lebend in die Harzfalle geraten sind. Dem Betrachter einer BernsteinInkluse, natürlich insbesondere eines tierischen Einschlusses, fällt sofort auf, dass hier nicht nur ein Lebewesen eingeschlossen ist, sondern dass es sich in einer speziellen Situation befindet. Man meint nicht selten eine Momentaufnahme des Lebens vor sich zu haben, auch wenn es sich dabei nur um die Fixierung einer der letzten Lebenssekunden handelt.

Schlammfliege, Ausschnitt

 

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