Die nächsten Sonderausstellungen

 


Ausblick


11. März bis 5. Juni 2022
Cadinen. Des Kaisers Kunst und Kitsch

Als finanzkräftiger Mäzen, der prestigeträchtige und lukrative Staatsaufträge zu vergeben vermochte, nahm Kaiser Wilhelm II. erheblichen Einfluss auf die Kunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ihm wird jedoch ein konservatives Kunstverständnis zugeschrieben, das den jüngeren Kunstströmungen der Moderne skeptisch bis feindlich gegenüberstand. Seine „Rinnstein-Rede“ von 1901, in der sich zugleich ein absolutistisches Weltbild artikulierte, rief bei den Verfechtern der Avantgarde Kritik und Spott hervor.   

Neben den vielbeachteten Historienbildern der Zeit, in denen namhafte Akademie-Professoren und die in der Gunst des Kaisers stehenden Künstler:Innen das wilhelminische Geschichtsverständnis und Weltbild für die Nachwelt fixierten, sind Aspekte der Einflussnahme Wilhelms II. auf Entwicklungen des Kunsthandwerks weitaus weniger bekannt. Bereits seit 1763 unterhielt die Hohenzollern-Dynastie die Königliche Porzellan-Manufaktur in Berlin. Großherzog Friedrich I. von Baden eröffnete 1901 die Großherzogliche Majolika-Manufaktur in Karlsruhe als Ausdruck der Majolika-Mode um 1900. Im westpreußischen Ort Cadinen nordöstlich von Elbing nahe der Ostseeküste nahm Wilhelm II. 1904 mit der „Königlichen Majolika- und Terrakotta-Werkstatt“ seine eigene Gründung vor und bestimmte zudem als künstlerischer Direktor der Manufaktur selbst Auswahl der Künster:Innen, sowie die Motive und Sujets der keramischen Produkte.

Die Ausstellung im Westpreußischen Landesmuseum erörtert den Einfluss des kaiserlichen Geschmacks auf das in Cadinen hergestellte Kunsthandwerk und verhandelt das wilhelminische Kunstverständnis am Beispiel der künstlerischen Keramik zwischen den Polen ‚Kunst‘ und ‚Kitsch‘.
Als Kooperation mit dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg führt die Ausstellung eine Auswahl an hochwertigen Terrakotten und Majolika des Labels „Cadinen“ aus beiden Häusern zusammen und vermittelt einen Überblick über die Entwicklung der Produktpalette in einem Zeitraum von 40 Jahren. Zudem wurden Expert:Innen Cadinen-sammelnder  und bewahrender Institutionen dazu eingeladen, besondere Stücke ihrer Sammlung in Videoporträts vorzustellen und einen Einblick in die Geschichte dieser Objekte zu geben.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Gisela Parak und Dr. Martin Steinkühler  


23. Juni bis 2. Oktober 2022
Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher. Die Anfänge des Natur- und Landschaftsschutzes vor 100 Jahren
Ausstellung in Kooperation mit dem LWL-Museum für Naturkunde Münster

Vor 100 Jahren begann sich in Deutschland ein erstes Bewusstsein für den Naturschutz zu entwickeln. Dies ist insbesondere auch der Arbeit der beiden Protagonisten des frühen Naturschutzes und der Naturkunde Hermann Reichling und Hugo Conwentz zu verdanken.

Der Zoologe Hermann Reichling (Heiligenstadt 1890 – 1948 Münster) übernahm 1919 die Leitung des bereits damals sehr renommierten Provinzialmuseums für Naturkunde in Münster, des heutigen LWL-Museums für Naturkunde. 1926 wurde er Geschäftsführer des „Westfälischen Provinzialkomitees für Naturdenkmalpflege“ in Münster.

Der Botaniker Hugo Conwentz (St. Albrecht bei Danzig 1855 – 1922 Berlin) war der erste Direktor des 1879 neu gegründeten Westpreußischen Provinzialmuseums in Danzig. Zu Beginn standen dem Museum die Sammlungen der Naturforschenden Gesellschaft und des Westpreußischen botanisch-zoologischen Vereins zur Verfügung. Im Rahmen seines Direktorats erweiterte er etwa die Sammlung um die aus mehr als 5.000 Stücken bestehende Inklusen- und Bernsteinsammlung von Otto Helm – so entstand eine der bedeutendsten Inklusensammlungen Baltischen Bernsteins überhaupt, deren verbliebenen Teile sich heute im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf befinden.

Hermann Reichling hinterließ ein einzigartiges Archiv mit mehr als 10.000 Fotografien. Vor allem Landschaften und die dort beheimateten Menschen und Tiere waren seine Motive. Während seiner Reisen durch Nordwestdeutschland fotografierte er auch Menschen mit Berufen, die heute nicht mehr vorkommen, wie beispielsweise Vogelfänger und Plaggenstecher. Dieses einzigartige Fotoarchiv bildet die Grundlage der Ausstellung, die mit naturkundlichen Ausstellungsstücken, Dokumenten und Filmsequenzen ergänzt wird.


27. Oktober 2022 bis Februar 2023
Glanzlichter – Polnische Kunst aus dem Kunstmuseum Bochum
Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Porta Polonica und dem Kunstmuseum Bochum

Das Kunstmuseum Bochum legte bereits in den 1960er Jahren bei der weitgreifenden europäischen Ausrichtung seiner künftigen Sammlung einen besonderen Schwerpunkt auf die Kunst der früheren sogenannten Ostblockstaaten, da diese in den westdeutschen Museen unterrepräsentiert war. Heute besitzt das Museum eine Sammlung von über einhundert Werken polnischer Künstler*innen.

Die Ausstellung wird die Glanzlichter dieser 60-jährigen Sammeltätigkeit des Kunstmuseums präsentieren. Vorgestellt werden Künstler, die zu den Protagonisten der jüngeren polnischen Kunstgeschichte zählen. Die Ausstellung zeigt sowohl Werke der 1920er und 30er Jahre als auch zeitgenössische Arbeiten der 60er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Dabei vermittelt sie die Vielfältigkeit der polnischen Kunst.


 

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