Die nächsten Sonderausstellungen

 


Ausblick 2020

 

30. April – 14. Juni 2020
Neuerwerbungen des Westpreußischen Landesmuseums (Arbeitstitel)
Danziger Kultur vom Barock zum Historismus (Silber – Gemälde – Graphik)

Die Sammlungen des Westpreußischen Landesmuseums werden ab 2020 durch drei Dauerleihgaben des Deutschen Historischen Museums Berlin wesentlich bereichert. Es handelt sich um herausragende Kunstwerke der Malerei und Goldschmiedekunst, die nun im Rahmen einer Projektförderung der BKM durch das Deutsche Historische Museum für das WLM angekauft werden:

* eine Monumentalkanne des Danziger Goldschmieds Jacob Beckhausen (tätig 1678 – 1705), die um 1680/90 entstanden ist;
* ein Gemälde des Danziger Malers und Grafikers Johann Carl Schultz (1801 – 1873), das das Innere der Danziger Nikolaikirche darstellt;
* und ein Gemälde des Malers Carl Gustav Rodde (1830 – 1906), das den Langen Markt in Danzig mit dem Rechtstädtischen Rathaus zeigt.

Deckelkanne Jacob Beckhausen, Danzig um 1680

Die drei Kunstwerke werden anlässlich ihrer Übergabe an das WLM in einer Sonderausstellung 2020 präsentiert, die ihre Bedeutung für den Sammlungsbestand des WLM herauskristallisieren.
Ausgehend von der Deckelkanne, die in besonders eindrucksvoller Weise von der Danziger Lebensart im ausgehenden 17. Jahrhundert kündet, werden die bereits in der Sammlung vorhandenen Silberschmiedearbeiten, die in diesem Zeitrahmen passen, teilweise hinzugezogen. Dabei wird das sakrale Silber hinzugenommen, das somit den Bogen zu dem Gemälde von Johann Carl Schultz schlägt, das das Innere der Nikolaikirche zeigt.

Johann Carl Schultz wurde 1801 in Danzig geboren und zählt zu den wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts in Danzig. 1832 übernahm er die Leitung der Danziger Provinzialkunstschule, die er bis zu seinem Tod 1873 leitete. Neben seiner Lehrtätigkeit war Schultz Mitbegründer des „Vereins zur Erhaltung der altertümlichen Kunstwerke Danzigs“ und setzte sich sehr engagiert für die Restaurierung alter Baudenkmäler in seiner Heimatstadt ein. Neben zahlreichen Architekturgemälden, die vor allem durch ihre malerische Präsentation und Detailtreue bestechen, schuf er auch bedeutende grafische Arbeiten.
Die Ausstellung zeigt als Ergänzung zu dem Gemälde der Nikolaikirche von Schultz eine Auswahl seiner umfassenden Folge von 54 Radierungen Danziger Stadtansichten. Diese Arbeiten geben ebenfalls einen Eindruck von der Lebensart der Danziger Bevölkerung im 19. Jahrhundert, die gerade in den Bauwerken noch stark die Zeit des Barocks widerspiegelt.

Das dritte Exponat, das im Mittelpunkt steht, bildet den Abschluss, da es einen Blick auf Danzig mit dem Rechtstädtischen Rathaus zeigt, das von Carl Gustav Rodde gemalt wurde. Mit Rodde kann nun demnächst ein Werk eines Schülers von Johann Carl Schultz im WLM gezeigt werden.

 

25. Juni 2020 – 18.Oktober 2020
„1920 – Eine Provinz verschwindet“

Der Erste Weltkrieg bedeutete eine gewaltige Katastrophe. Die nachfolgenden Friedensschlüsse sollten eine neue Ordnung in Europa einleiten und führten zu radikalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Umwälzungen. Vor genau 100 Jahren trat dieses folgenreiche Vertragswerk in Kraft.

Neben zahlreichen weiteren Bestimmungen des sogenannten Versailler Vertrages zeitigten die Passagen über die Gebietsabtretungen des Deutschen Reiches die gravierendsten Folgen. So war die Provinz Westpreußen am stärksten von der Forderung des neu gegründeten Staates Polen betroffen, einen freien Zugang zur Ostsee zu erlangen. Nur in einem kleinen Teil der Provinz konnten die Menschen 1920 darüber abstimmen, ob sie bei Deutschland bleiben oder Teil des neuen polnischen Staates werden wollten. Der weitaus größte Teil der Provinz wurde an den Staat Polen abgetreten und bildete als Woiwodschaft Pommerellen einen neuen Teil des Staates Polen.

Die Ausstellung soll die Abläufe dieser Jahre in Erinnerung rufen und auch der Frage nachgehen, wie sich die territorialen Veränderungen auf die Menschen auswirkten. Dabei spielt auch die Frage eine gewichtige Rolle, wer von den Deutschen nach 1920 die Provinz Westpreußen verließ, aber auch, wer von den Deutschen blieb. Auch die Frage nach der Herkunft der neu zugewanderten Polen in die ehemalige Provinz Westpreußen wird eine Rolle spielen.

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