Vortrag am 09. 05. 2019

Donnerstag, 09.05.2019, 18:00 Uhr, im Rahmen der Sonderausstellung
„Fern und doch so nah. Westfalen und Preußen in der Hanse“


PD Dr. Sven Tode, Hamburg:

 

„Sonderfall Hanse“

Grundlagen und Deutungen eines Phänomens zwischen 1848 und 2015

 

PD Dr. Sven Tode

PD Dr. Sven Tode

Die Hanse bildet einen „Sonderfall“ in der deutschen Geschichte; sie war libertär, etatistisch, nicht zu fassen. Man könnte gar sagen, sie war „anarchisch“ im Sinne von „nicht-herrschend“, ohne Anfang und Endpunkt, ohne wirkliche Organisation, ohne Mitgliedschaft, ohne bindende Beschlüsse. Die Hanse kennt keine eindeutigen historischen Zäsuren oder Schlusspunkte. Kontinuitäten und Brüche sind, wie bei jedem historischen Ereignis, Deutung der jeweiligen Gegenwart. Die Hanse ist damit auch Teil der Geschichtskultur, deren Wahrnehmung zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft, zwischen Interpretation und Vereinnahmung schwankt. Und dennoch begegnet uns die Hanse bis heute vielfältig im Alltag, es wird auf Hansetraditionen zurückgegriffen, die Hanse gar als Gegenmodell zur aktuellen Seidenstraßenpolitik Chinas stilisiert.

Was sind die Grundlagen der Tradition, die wir heute mit der Hanse verbinden, welche politischen Zuschreibungen wurde in der Bürgerlichen Revolution, während des Kaisertums, in der NS-Zeit und bis heute bei der Betrachtung der Hanse formuliert, was ist die Hanse für uns? Diesen Fragen geht der Historiker Dr. Sven Tode, Privatdozent an der Europa Universität Flensburg, in seinem Vortrag nach.

Privatdozent Dr. Sven Tode ist direkt gewählter Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft (SPD) und lehrt an der Europa-Universität Flensburg. Er studierte Mittlere und Neuere Geschichte, Alte Geschichte und Geographie an den Universitäten Hamburg und Norwich und wurde 1993 promoviert. Seine Dissertation widmete sich den Thema Stadt und Bauernkrieg anhand von vier thüringischen Städten. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel „Gottes Wort und Volkes Stimme – Gemeindeseelsorger in Preußen 1520-1772“. Dr. Tode lehrte und arbeitete an den Universitäten Hamburg, Potsdam, Frankfurt/M., Hildesheim und Kassel und bekleidete fünf Jahre eine Professur an der Universität Ermland-Masuren in Allenstein (Olsztyn), Polen. Dr. Sven Tode ist Vorsitzender der Copernicus Vereinigung für Geschichte und Landeskunde Westpreußens sowie gewähltes Mitglied der Historischen Kommission für ost- und westpreußische Landesforschung.

 

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