Zeitzeugengespräch am 20. 02. 2019

Mittwoch, 20.02.2019, 18:00 Uhr, Eintritt: 2,50 €


Eine Überlebende des Ghettos Theresienstadt berichtet. Ein Gespräch mit der aus dem Münsterland stammenden Zeitzeugin Liesel Binzer.

Moderation: Matthias Ester M.A., Münster.

 

Im Rahmen der Ausstellung »Vergessen Sie uns nicht«. Die Malerin Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt) lädt das Westpreußische Landesmuseum zu einem Zeitzeugengespräch mit der Theresienstadt-Überlebenden Liesel Binzer und dem Historiker Matthias M. Ester ein.

Frau Liesel Binzer

Frau Liesel Binzer

Liesel Binzer geb. Michel war gerade einmal fünf Jahre alt, als sie am 31. Juli 1942 mit ihren Eltern vom Güterbahnhof Münster aus nach Theresienstadt deportiert wurde. Die Familie überlebte die Shoah; sie wurde am 8. Mai 1945 von der Roten Armee befreit und ließ sich im Juli 1945 in Freckenhorst, dem Heimatort der Mutter, nieder. Liesel Michel besuchte die Volksschule in Freckenhorst und das Mariengymnasium in Warendorf, wo sie 1957 das Abitur machte. Sie wurde Finanzbeamtin. Nach ihrer Heirat zog sie mit ihrer Familie Mitte der 1960er Jahre in die Nähe von Frankfurt/Main, wo Liesel Binzer auch heute noch lebt.

Liesel Binzer gehört zu den ca. 15.000 Kindern, die in dem Konzentrationslager Theresienstadt im damaligen „Protektorat Böhmen und Mähren“ interniert waren, von denen nur etwa 150 überlebten. Mehr als 140.000 Menschen wurden in der Garnisonsstadt Terezín in den Jahren 1941 – 1945 gefangen gehalten. Etwa 33.000 Juden starben aufgrund der katastrophalen Lebensumstände oder fielen dem Terror zum Opfer, ca. 88.000 Häftlinge wurden weiter in die Vernichtungslager im Osten Europas deportiert. Das Lager Theresienstadt diente auch der nationalsozialistischen Propaganda. Als „Vorzeige-Ghetto“ sollte es die internationale Öffentlichkeit über den wahren Charakter des Lagers und der Judenverfolgung hinweg täuschen.

Im Zeitzeugengespräch mit dem Historiker Matthias M. Ester M.A. wird Frau Binzer von ihrer Kindheit im Ghetto und ihrer Jugend und Schulzeit im Nachkriegs-Münsterland berichten. Sie wird auch darauf eingehen, wie sie mit den Erfahrungen und Nachwirkungen einer „gestohlenen Kindheit“ umgegangen ist, wie ihre Kinder und Enkel dieses „Familienerbe“ wahrnehmen. Liesel Binzer spricht erst seit wenigen Jahren öffentlich über ihr Überleben im Nazi-Terror und ihre Jugend im Münsterland der Adenauer-Jahre.

Inzwischen engagiert sich Frau Binzer im Vorstand des Vereins „Child Survivors Deutschland – Überlebende Kinder der Shoah“ (www.child-survivors-deutschland.de), in dem sich Menschen organisieren, die als Kinder in der Nazi-Zeit in der Shoah verfolgt wurden und nun im hohen Alter an die Öffentlichkeit treten.

Der Historiker Matthias M. Ester M.A. ist der „Erinnerungspate“ von Liesel Binzer in dem Projekt „Erinnerungspaten“ der Bezirksregierung Münster und dem Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster. „Erinnerungspaten“ erzählen die Lebensgeschichte von Zeitzeugen, die einen deutlichen Bezug zum Regierungsbezirk Münster haben oder hatten.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis »Jüdisches Leben in Warendorf« der Altstadtfreunde Warendorf e.V. und der Volkshochschule Warendorf.

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