Vortrag am 31. 01. 2019

Donnerstag, 31.01.2019, 18:00 Uhr, Eintritt: 2,50 €


»KÜNSTLER IN THERESIENSTADT 1941-1945« –

Referentin: Dr. Daniela Uher, Nürnberg

 

Zum alljährlichen internationalen Gedenken an die Opfer des Holocaust lädt das Westpreußische Landesmuseum im Rahmen seiner aktuellen Sonderausstellung »Vergessen Sie uns nicht«. Die Malerin Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt) zu einer Vortragsveranstaltung ein.

Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt)

Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt)
Die Rekonvaleszentin
Theresienstadt, 6. Sept. 1943
Aquarell über Bleistift
© Privat

Theresienstadt (Terezín), nördlich von Prag, war eine ehemalige österreichische Festung, die im Herbst 1941 unter nationalsozialistischer Herrschaft zu einem Konzentrationslager umgebaut wurde. Hierfür musste eine bestehende Garnisonstadt mit 7.000 Bewohnern geräumt werden, um dort über 60.000 Häftlinge zu internieren.

Die Machthaber deportierten zahlreiche jüdische Intellektuelle, Ärzte, Schriftsteller, Schauspieler, Musiker und bildende Künstler in das Lager. Unter schwierigsten Bedingungen entwickelte sich dort ein kulturelles Leben, das von den Nationalsozialisten geduldet und gleichzeitig für Propagandazwecke missbraucht wurde.

Vor einer ausschließlich von Chaos, Siechtum und Tod überschatteten Kunst hat das „Handwerkzeug“ kunstgeschichtlicher Forschung bislang kapituliert. Zu außergewöhnlich und unvergleichbar erschienen die Bedingungen, unter denen sich das Kunstschaffen in nationalsozialistischen Konzentrationslagern vollzog.

In Terezín entstand eine Künstlergemeinschaft, die in Gefangenschaft und kollektivem Zwang, unter Beaufsichtigung und Überwachung, unter Lebensbedrohung und ständiger Präsenz von Gewalt Kunst produzierte. Die verbindende Motivation der Künstler, vorwiegend jüdischen Glaubens in Theresienstadt war der Wille, für die Außenwelt Zeugnis abzulegen von den ungeheuerlichen Machenschaften des Dritten Reiches.

In dem reich bebilderten Vortrag werden einige Künstler und deren Werke unter kunst- und kulturhistorischen Aspekten vorgestellt.

Dr. Daniela Uher wurde in Prag geboren, lebt seit 1979 in der Bundesrepublik Deutschland, wo sie 1980 politisches Asyl bekam. Sie studierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Kunstgeschichte, Buch- und Bibliothekskunde und Slawistik. Von 1989 bis 1996 arbeitete sie an der Friedrich-Alexander-Universität, seit 1994 bis Ende 2018 war sie im Deutschen Kunstarchiv am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg angestellt.

 

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