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VOR 160 JAHREN IN BETRIEB GENOMMEN

DIE GITTERKASTENBRÜCKE BEI DIRSCHAU – EINE PIONIERLEISTUNG IN WESTPREUSSEN

Weichselbrücke bei Dirschau, Zeitschrift für Bauwesen 1855

Weichselbrücke bei Dirschau, Zeitschrift für Bauwesen 1855

Bereits seit Mitte der 1840er Jahre wurden Pläne für eine Bahnstrecke von Berlin über Königsberg bis Eydtkuhnen an der russischen Grenze entwickelt. Die größten baulichen Probleme bestanden dabei in der Überwindung der Weichsel bei Dirschau und der Nogat bei Marienburg. Federführend bei Planung und Bau der beiden Brücken war der aus Soest in Westfalen stammende Ingenieur Carl Lentze (Soest 1801-1883 Berlin), der auch beim Bau des Oberländischen Elbing-Osterode- und des Sues- Kanals mitwirkte. Die statischen Berechnungen und die Ausführungspläne fertigte der Schweizer Rudolf Eduard Schinz (Zürich 1812-1855 Dirschau).

Zur Überquerung der Weichsel bei Dirschau konzipierte Lentze eine sechsfeldrige Gitterkastenbrücke mit Portalbauten in einer imposanten Gesamtlänge von 837 Metern nach dem Vorbild der 1850 eröffneten Britanniabrücke über die Menai Strait in der Nähe von Bangor im Norden von Wales. Die Pfeilertürme und die Portale der Widerlager hat der bedeutendste Schinkel-Schüler Friedrich August Stüler (Mühlhausen/Thüringen 1800-1865 Berlin) gestaltet.

Am 18. Oktober 1857 wurde die Brücke dem Eisenbahnverkehr übergeben. Sie war die erste weitgespannte eiserne Gitterkastenbrücke des europäischen Festlandes und galt damit als Pionierleistung. Am selben Tag wurde auch die Marienburger Eisenbahnbrücke über die Nogat in Betrieb genommen. Dirschau entwickelte sich in der Folge zu einem Eisenbahnknotenpunkt: Hier wurde nicht nur der Durchgangsverkehr zwischen Berlin und Königsberg, sondern auch der Verkehr zwischen den Landesteilen westlich und östlich der Weichsel vermittelt. Nach den neuesten Informationen aus Tczew (Dirschau) ist der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Brücke, von der nur drei Felder der Gitterträger erhalten geblieben sind, eingeleitet und hängt unter anderem von der EU-Finanzierung ab.

 

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